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Sigrid Herrenbrück
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Der Deutsche Musikrat und das Forum Musikwirtschaft fordern von der neuen Bundesregierung wirkungsvolle Rahmenbedingungen und Maßnahmen zur Stärkung der Musikwirtschaft

Berlin/Hamburg, 3. April 2025 – Die im Oktober 2024 veröffentlichte Studie „Musikwirtschaft in Deutschland 2024“ zeigt: Die Musikwirtschaft ist mit 155.900 Beschäftigten, einem Umsatz von 17,4 Mrd. Euro und einer Bruttowertschöpfung von 6,6 Mrd. Euro ein relevanter und stark wachsender Wirtschaftssektor in Deutschland. Trotz dieser großen Strahlkraft der Musikwirtschaft geraten jedoch, u.a. inflationsbedingt, viele Künstler:innen und Musikwirtschaftsbetriebe zunehmend unter Existenzdruck: Im Live-Geschäft ist bei Kulturorten eine Produktionskostensteigerung von durchschnittlich 45 % zu verzeichnen, so dass für viele Veranstaltende Investitionen in künstlerische Aufbauarbeit kaum noch tragbar sind.

 

Zur Stärkung der Musikwirtschaft hat das „Forum Musikwirtschaft“ bereits im vergangenen Jahr elf zentrale Forderungen formuliert, die der Deutsche Musikrat und das Forum Musikwirtschaft noch einmal gemeinsam unterstreichen. Sie fordern von der neuen Bundesregierung unter anderem,

 

  1. Musikwirtschafts-Unternehmen und -Projekte darin zu unterstützen, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt zu behaupten und zu verbessern, etwa durch die Sicherstellung eines verlässlichen Rechtsrahmens, auch mit Blick auf Künstliche Intelligenz, der die Rechteverwertung im Sinne der Kreativen und ihrer Partner schützt und den Unternehmen Investitionssicherheit garantiert, aber auch durch die gezielte öffentliche Förderung von Newcomer:innen sowie in den Bereichen Digitalisierung und Export,
  2. eine reduzierte Besteuerung von Kulturgütern sicherzustellen und die hierzu bestehenden Regelungen zu harmonisieren,
  3. die Künstlersozialkassen-Sätze nach der letzten Erhöhung 2024 zu stabilisieren,
  4. kuratierte Musikclubs, vom Bundestag bereits grundsätzlich als Kulturorte anerkannt, zu unterstützen und zu schützen, etwa durch die Stärkung eines Kultur-affinen Gewerbemietrechts und die Anpassung der Baunutzungsverodnung für die Gleichstellung von Musikclubs und Kulturorten bezüglich der TA Lärm,
  5. eine Novelle des Arbeitszeitgesetzes gemäß der europarechtskonformen Ausweitung der Tages- und Wochenarbeitszeit voranzubringen, wie sie in Österreich bereits praktiziert wird.

 

Das vollständige Forderungspapier ist hier zu finden.

 

Der Deutsche Musikrat engagiert sich für die Interessen von 15 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. Er repräsentiert über 100 Organisationen und Dachverbände des gesamten Musiklebens einschließlich der 16 Landesmusikräte.

 

Das Forum Musikwirtschaft besteht aus den sieben maßgeblichen Verbänden des Wirtschaftsbereichs: dem BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft), dem BVMI (Bundesverband Musikindustrie), dem DMV (Verband Deutscher Musikverlage), dem IMUC (Interessenverband Musikmanager & Consultants), der LIVEKOMM (Verband der Musikspielstätten in Deutschland), der SOMM (Society Of Music Merchants) und dem VUT (Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen).